Berlinale: Der 4. Tag - 11.2.2007
"Letters from Iwo Jima" von Clint Eastwood
Fast drei Stunden lang zeichnet Clint Eastwood in seinem neuesten Regie-Werk, das am 22.2. auch bundesweit anlaufen wird, den aussichtslosen Kampf der japanischen Armee um die Insel Iwo Jima nach. Trotz einiger schwächerer Passagen gelingt es ihm sehr gut, die Auseinandersetzungen zwischen den Offizieren und Generälen zu zeigen: Soll man weiterhin bedingungslosen Gehorsam gegenüber dem Kaiser üben und den "ehrenvollen Heldentod" sterben oder lieber durch geschickte strategische Rückzüge das Leben einiger Soldaten sichern?
Die /e-politik.de/-Kritik: Dem Film gelingt es anhand einiger Briefe und Tagebuchaufzeichnungen der Zeitzeugen recht gut, die Charaktere der Soldaten von Iwo Jima plastisch werden zu lassen. Deshalb alles in allem ein annehmbarer Film, auch wenn einige im Publikum wegen der Filmlänge mit Ermüdungserscheinungen zu kämpfen hatten.
"Ichijiku no kao" - der bisherige Tiefpunkt
Zu Momoi Kaoris Regiedebüt "Ichijiku no kao" bleibt wenig zu sagen: keine erkennbare Handlung, keine klare Grundidee.
Die /e-politik.de/-Kritik: reine Zeitverschwendung und grauenhaft!
"Substitute" - Das harte Leben auf der Ersatzbank
Fred Poulet drückte dem französischen Nationalspieler Vikash Dhorasoo vor der Fußball-WM eine Super 8 - Kamera in die Hand, mit der er seine Erfahrungen dokumentieren sollte. Obwohl der Filmgenuss unter der schlechten Qualität der sehr grobkörnigen und verwackelten Bilder leidet, entstand eine sehenswerte Studie über die schwierige Situation eines Dauerreservisten: Dhorasoo, ehemaliger Lieblingsschüler des Nationaltrainers Domenech, durfte während des Turniers nur wenige Minuten spielen und erklärte mittlerweile seinen Rücktritt aus der Nationalelf des Vize-Weltmeisters.
Die /e-politik.de/-Kritik: Ein interessantes Experiment, das insgesamt gelungen ist und das Publikum auf einfühlsame Art mit der Situation eines Dauerreservisten als tragikomischer Figur vertraut macht, ohne ihn bloßzustellen.
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